Earth Hour

Am 27. März ruft der WWF wieder im Rahmen der sogenannte Earth Hour dazu auf, das Licht für eine Stunde auszumachen. Sämtliche österreichischen B-Promis die immer dabei sind, sowie die hohe Politik in Gestalt von Laura Rudas, aber auch Darth Vader, unterstützen die Aktion. Nicht so österreichs erster Skeptiker1, Prof. Heinz Oberhummer. Er sieht sich in seiner Funktion als Sciencebuster an, wie gering die Einsparungen durch die Earth Hour sind. Wenig überraschend ist das Ergebnis nicht sonderlich beeindruckend, lässt man die Heizung aufs Jahr gesehen 20 Sekunden kürzer laufen, hat man den selben Effekt. Dem Einwand, dass es sich um eine symbolische Aktion handle, entgegnet er, dass suggeriert würde, dass durch die Aktion auch Energie gespart wird und dadurch die falsche Vorstellung entstehe, dass Lichtausschalten ein nennenswerter Beitrag zur Verhinderung des Klimawandels ist. Womit wir bei einem Thema gelandet wären, dem Oberhummer bereits einige Kritik gewidmet hat. Im November 2009 hielt er in einer Kritik an Klimaforschern fest, dass man einfach noch nicht sagen könne, ob die von Menschen erzeugten Treibhausgase mit Sicherheit eine globale Erwärmung bewirken2. Was, wenn es stimmt3, so ziemichlich alle Leute die sich zu dem Thema äußern, irgendwie blöd aussehen lässt (da in der Regel die absolute Wahrheit A, es gibt den menschengemachten Klimawandel oder die genau entgegengesetzte absolute Wahrheit B vertreten wird), auch, um den Kreis zu schließen, den WWF. Nun ist es leider gerne so, das “grüne” Organisationen, Vereine und Parteien ein ziemlich gestörtes Verhältnis zur Wissenschaft haben, und stattdessen lieber jeden alternativen Blödsinn schlucken, je absurder desto besser (das jüngeste Beispiel liefern die Wiener Grünen). Das mag mit ihrer Genese zu tun haben, ist aber trotzdem schade und überdies nicht besonders schlau, da damit mittel- und langfristig auch die eigene Glaubwürdigkeit abgeschossen wird. Was nicht heißt dass man generell gegen Wissenschaft wäre, im Gegenteil, Wissenschaft ist ein sehr positiv besetztes Wort, auch die Earth Hour stellt implizit den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Nur soll die Wissenschaft aber bitte die “richtigen” Ergebnisse bringen, und nicht die wissenschaftlichen. Die Earth Hour selbst ist eine win:win Situation. Wer daran teilnimmt, fühlt sich besser, weil er etwas gutes getan hat. Und der WWF als Veranstalter landet einen Marketingerfolg der selbst Apple beeindrucken muss. Nur für die Frage, ob es einen menschengemachten Klimawandel gibt, und wenn ja, was man dagegen tun kann (und wenn nein, wie man mit den Folgen umgehen soll), hilft die Aktion leider doch herzlich wenig.

  1. Er sitzt im wissenschaftlichen Beirat der Giordano Bruno Stiftung, ist Vorsitzender des Zentralrates der Konfessionsfreien, der Gesellschaft für kritisches Denken und der österreichischen Regionalgruppe der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften
  2. Weitere Beiträge von ihm dazu sind “Eingeständnisse eines Klimaschützers” und “Das Klima im Labor
  3. Mir fehlt einfach die Kompetenz das auch nur ansatzweise zu prüfen, aber ich bin in meiner Angewiesenheit auf Autoritäten sehr geneigt, Oberhummer zu glauben

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