Die Presse, ihre Freiheit und ihre Vergangenheit

Gleich auf zwei interessante Berichte bin ich auf Medienlese gestoßen, einen über Pressefreiheit und einen über Archive.

Nicht nur die “alten” Medien befinden sich auf einem Rückzugsgefecht, auch ihre Freiheit. Freedom House, eine großteils von der US-Regierung finanzierte Forschungseinrichtung die jährlich über den Grad demokratischer Freiheiten in jedem Land der Welt berichtet, stellte dies anlässlich des “Tags der Pressefreiheit” in ihrem jährlichen Bericht zur Pressefreiheit dar.

Darin wird die Presse in 70 Ländern der Welt als frei eingestuft. 2008 waren es noch 72 Länder, 2007 74. 61 Staaten sind teilweise frei, 64 sind es gar nicht. Das bedeutet anders gesagt, dass nur 17 % der Weltbevölkerung in einem Land mit freier Presse leben (41 %teilweise frei, 42 % nicht frei). Österreich wird dabei als frei eingestuft. Als einziges westeuropäisches Land wird Italien als nur teilweise frei beurteilt. Nicht frei ist die Presse in Venezuela und Russland (bis 2002 war sie dort noch teilweise frei).

Einen Blick in noch schlechtere Zeiten warf Heribert Seifert für die Neue Züricher Zeitung. Er sah sich die mehr und mehr verfügbar gemachten, teilweise Jahrhunderte zurückreichenden Archive großer Zeitung, etwa der englischen “Times” an, und entdeckte etwa dass es eine Woche dauerte, bis über die Niederlage Napoleons in Waterloo berichtet wurde, oder dass die Machtergreifung Hitlers 1933 in London ähnlich beurteilt wurde, wie die vielfach die schwarz-blaue “Wende” 2000 (die “politische Rüpelei” Hitlers wurde gerügt und meinte, dass sich Hitler schließlich zum Staatsmann wandeln müsse).

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