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	<title>Kommentare zu: Der Niedergang der SP&#214;</title>
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		<title>Von: dieter</title>
		<link>http://thomasknapp.at/der-niedergang-der-spoe/#comment-818</link>
		<dc:creator>dieter</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 01:00:19 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;2) Was Misik w&#228;hlt wei&#223; ich nicht, das er die SP&#214; mag ist aber offensichtlich. Ich w&#228;hle meistens SP&#214;, ja. &lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Darf man fragen warum? Meine pers&#246;nliche Beobachtung ist, dass linke/liberale SP&#214; W&#228;hler bzw. Gr&#252;nw&#228;hler sich durch nichts merkbar unterscheiden, au&#223;er, dass die einen aus traditionellen SP&#214;-Milieus stammen und die anderen aus dem &#214;VP-Milieu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;5) Was amerikanische Blogger &#252;ber Europa sagen halte ich f&#252;r genauso falsch wie was europ&#228;ische Blogger &#252;ber die USA sagen. Es gibt Ausnahmen, klar.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Die Ami-Blogger sagen damit auch prim&#228;r etwas &#252;ber die USA aus und damit kennen sie sich ja aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;6) Niemand (zumindest au&#223;erhalb der KP&#214;) will eine Verm&#246;genssteuer die bei so niedrigen Werten beginnt, dass Kinder nicht mehr studieren k&#246;nnen.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Die von &quot;Reichensteuern&quot; betroffene Gruppe ist jedenfalls gr&#246;&#223;er, als viele denken und politisch sehr relevant. Dass die sich deiner Meinung nach eigentlich nicht aufregen sollten, hei&#223;t nicht, dass sie das so sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;7) Es gibt Menschen die sich den Hummer auch beim Hofer nicht leisten k&#246;nnen. Was es nicht gibt, ist die &quot;Arbeiterklasse&quot;. Transferleistungen, sozialer Ausgleich, Verteilungsgerechtigkeit k&#246;nnten auch ganz einfach abgew&#228;hlt werden, wenn sie niemand wollte. Aber zumindest versprechen muss man sie den Leuten anscheinend, wenn man gew&#228;hlt werden will.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Warum verliert die SP&#214; dann st&#228;ndig? Ich glaube, es ist sehr schwer einzusch&#228;tzen, aus welchen Motiven die Leute tats&#228;chlich ein Kreuzerl machen. Die Grundmotivation ist meiner Meinung nach eine Milieufrage.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>2) Was Misik w&auml;hlt wei&szlig; ich nicht, das er die SP&Ouml; mag ist aber offensichtlich. Ich w&auml;hle meistens SP&Ouml;, ja. </p></blockquote>
<p>Darf man fragen warum? Meine pers&ouml;nliche Beobachtung ist, dass linke/liberale SP&Ouml; W&auml;hler bzw. Gr&uuml;nw&auml;hler sich durch nichts merkbar unterscheiden, au&szlig;er, dass die einen aus traditionellen SP&Ouml;-Milieus stammen und die anderen aus dem &Ouml;VP-Milieu.</p>
<blockquote><p>5) Was amerikanische Blogger &uuml;ber Europa sagen halte ich f&uuml;r genauso falsch wie was europ&auml;ische Blogger &uuml;ber die USA sagen. Es gibt Ausnahmen, klar.</p></blockquote>
<p>Die Ami-Blogger sagen damit auch prim&auml;r etwas &uuml;ber die USA aus und damit kennen sie sich ja aus.</p>
<blockquote><p>6) Niemand (zumindest au&szlig;erhalb der KP&Ouml;) will eine Verm&ouml;genssteuer die bei so niedrigen Werten beginnt, dass Kinder nicht mehr studieren k&ouml;nnen.</p></blockquote>
<p>Die von &#8220;Reichensteuern&#8221; betroffene Gruppe ist jedenfalls gr&ouml;&szlig;er, als viele denken und politisch sehr relevant. Dass die sich deiner Meinung nach eigentlich nicht aufregen sollten, hei&szlig;t nicht, dass sie das so sehen.</p>
<blockquote><p>7) Es gibt Menschen die sich den Hummer auch beim Hofer nicht leisten k&ouml;nnen. Was es nicht gibt, ist die &#8220;Arbeiterklasse&#8221;. Transferleistungen, sozialer Ausgleich, Verteilungsgerechtigkeit k&ouml;nnten auch ganz einfach abgew&auml;hlt werden, wenn sie niemand wollte. Aber zumindest versprechen muss man sie den Leuten anscheinend, wenn man gew&auml;hlt werden will.</p></blockquote>
<p>Warum verliert die SP&Ouml; dann st&auml;ndig? Ich glaube, es ist sehr schwer einzusch&auml;tzen, aus welchen Motiven die Leute tats&auml;chlich ein Kreuzerl machen. Die Grundmotivation ist meiner Meinung nach eine Milieufrage.</p>
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		<title>Von: Thomas</title>
		<link>http://thomasknapp.at/der-niedergang-der-spoe/#comment-817</link>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2009 04:28:02 +0000</pubDate>
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		<description>Bitte entschuldige die sp&#228;te Antwort. Ich roll das mal von hinten auf:&lt;br /&gt;1) Klar, Werte kann man kaum exklusiv haben. Freiheit ist nicht nur ein sozialdemokratischer Wert, sonder auch einer der Liberalen, etc. Aber dennoch sind es diese vier Begriffe, die den Kern der sozialdemokratischen Ideologie ausmachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2) Was Misik w&#228;hlt wei&#223; ich nicht, das er die SP&#214; mag ist aber offensichtlich. Ich w&#228;hle meistens SP&#214;, ja. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3) Es sind nicht nur eigentlich h&#246;chstens als Hinterb&#228;nkler geeignete Politiker an forderster Stelle, aber viele. Das ist vor allem ein Problem von &#214;VP und SP&#214;. Aber es gibt auch noch &quot;gute&quot; Politiker, zB Andreas Schieder, zumindest wenn er Au&#223;enpolitik machen d&#252;rfte. Oder Mitterlehner. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4) Ja, die SP&#214; schafft die Entwicklung weg von der &quot;Arbeiterpartei&quot; noch schlechter als &#214;GB die Entwicklung weg von einer &quot;Arbeiterorganisation&quot; (hin zu einer Vertretung von Arbeitslosen, neuen Selbstst&#228;ndigen, working poor, etc.). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5) Was amerikanische Blogger &#252;ber Europa sagen halte ich f&#252;r genauso falsch wie was europ&#228;ische Blogger &#252;ber die USA sagen. Es gibt Ausnahmen, klar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6) Niemand (zumindest au&#223;erhalb der KP&#214;) will eine Verm&#246;genssteuer die bei so niedrigen Werten beginnt, dass Kinder nicht mehr studieren k&#246;nnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7) Es gibt Menschen die sich den Hummer auch beim Hofer nicht leisten k&#246;nnen. Was es nicht gibt, ist die &quot;Arbeiterklasse&quot;. Transferleistungen, sozialer Ausgleich, Verteilungsgerechtigkeit k&#246;nnten auch ganz einfach abgew&#228;hlt werden, wenn sie niemand wollte. Aber zumindest versprechen muss man sie den Leuten anscheinend, wenn man gew&#228;hlt werden will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8) Die Sozialdemokratie hat weit mehr erreicht. Aber jetzt sind die ihren Namen beanspruchenden Parteien vielfach ausgebrannt, im Leerlauf, etc. Das ist der Punkt. Ein Werner Faymann h&#228;tte keine Verbesserung f&#252;r niemand erreicht, egal in welche Zeit man in versetzten w&#252;rde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bitte entschuldige die sp&auml;te Antwort. Ich roll das mal von hinten auf:<br />1) Klar, Werte kann man kaum exklusiv haben. Freiheit ist nicht nur ein sozialdemokratischer Wert, sonder auch einer der Liberalen, etc. Aber dennoch sind es diese vier Begriffe, die den Kern der sozialdemokratischen Ideologie ausmachen.</p>
<p>2) Was Misik w&auml;hlt wei&szlig; ich nicht, das er die SP&Ouml; mag ist aber offensichtlich. Ich w&auml;hle meistens SP&Ouml;, ja. </p>
<p>3) Es sind nicht nur eigentlich h&ouml;chstens als Hinterb&auml;nkler geeignete Politiker an forderster Stelle, aber viele. Das ist vor allem ein Problem von &Ouml;VP und SP&Ouml;. Aber es gibt auch noch &#8220;gute&#8221; Politiker, zB Andreas Schieder, zumindest wenn er Au&szlig;enpolitik machen d&uuml;rfte. Oder Mitterlehner. </p>
<p>4) Ja, die SP&Ouml; schafft die Entwicklung weg von der &#8220;Arbeiterpartei&#8221; noch schlechter als &Ouml;GB die Entwicklung weg von einer &#8220;Arbeiterorganisation&#8221; (hin zu einer Vertretung von Arbeitslosen, neuen Selbstst&auml;ndigen, working poor, etc.). </p>
<p>5) Was amerikanische Blogger &uuml;ber Europa sagen halte ich f&uuml;r genauso falsch wie was europ&auml;ische Blogger &uuml;ber die USA sagen. Es gibt Ausnahmen, klar. </p>
<p>6) Niemand (zumindest au&szlig;erhalb der KP&Ouml;) will eine Verm&ouml;genssteuer die bei so niedrigen Werten beginnt, dass Kinder nicht mehr studieren k&ouml;nnen.</p>
<p>7) Es gibt Menschen die sich den Hummer auch beim Hofer nicht leisten k&ouml;nnen. Was es nicht gibt, ist die &#8220;Arbeiterklasse&#8221;. Transferleistungen, sozialer Ausgleich, Verteilungsgerechtigkeit k&ouml;nnten auch ganz einfach abgew&auml;hlt werden, wenn sie niemand wollte. Aber zumindest versprechen muss man sie den Leuten anscheinend, wenn man gew&auml;hlt werden will.</p>
<p>8) Die Sozialdemokratie hat weit mehr erreicht. Aber jetzt sind die ihren Namen beanspruchenden Parteien vielfach ausgebrannt, im Leerlauf, etc. Das ist der Punkt. Ein Werner Faymann h&auml;tte keine Verbesserung f&uuml;r niemand erreicht, egal in welche Zeit man in versetzten w&uuml;rde.</p>
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	<item>
		<title>Von: dieter</title>
		<link>http://thomasknapp.at/der-niedergang-der-spoe/#comment-816</link>
		<dc:creator>dieter</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 05:13:51 +0000</pubDate>
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		<description>Nicht notwendigerweise konsistente Gedankenfetzen zum Thema:&lt;br /&gt;1.) Die Sozialdemokratie hat gewonnen. Schr&#246;der hin oder her, die Staatsquoten liegen bei etwa 50%. Daran konnte auch Sch&#252;ssel nichts &#228;ndern. Der hat ein paar l&#228;stige Geb&#252;hren eingef&#252;hrt, daf&#252;r aber auch das Kindergeld (als Geb&#228;hrpr&#228;mie von Sozialdemokraten bek&#228;mpft) eingef&#252;hrt, das nun auch noch erh&#246;ht werden soll. &#220;brigens ist die Summe der Transferleistungen durch Hartz IV in Deutschland gestiegen.&lt;br /&gt;Die Wirtschaftsliberalen in Europa fordern h&#228;ufig eine Senkung der Staatsquote auf 40%, also das Niveau wie zu Kreiskys Zeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.) Wer sagt, dass die Arbeiterklasse Transferleistungen will? Das macht nicht unbedingt gl&#252;cklich. Und das absolute Wohlstandsniveau selbst von Geringverdienern ist auf einem Niveau, das man vor 30-40 Jahren f&#252;r paradiesisch gehalten h&#228;tte. Mobiltelefone, Autos, Billigfl&#252;ge, W&#228;schetrockner, ... War alles mal Luxus. Beim Hofer bekommt man heute das, was es fr&#252;her nicht einmal beim Meinl gab. (Hummer, kaltgepresstes Oliven&#246;l, B&#252;ffelmozarella...)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.) In der Debatte zu den Verm&#246;genssteuern wird &#252;bersehen, dass die obere Mittelschicht mit zunehmenden Alter viel Verm&#246;gen anh&#228;uft. Wenn also von 10%, 5% oder 1% &quot;Reichen&quot; oder Verm&#246;genden die Rede ist, dann denken viele f&#228;lschlicherweise an junge Banker oder Manager. Zu ber&#252;cksichtigen sind auch die studierenden Kinder und Enkel der Verm&#246;genden. Man bedenke, die Leserschaft der Qualit&#228;tspresse betr&#228;gt etwa 10%. Verm&#246;genssteuern w&#252;rden also direkt oder indirekt einen gro&#223;en Teil politisch einflussreicher Schichten betreffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4.) Die amerikanischen Blogger und Intellektuellen scheinen sich von links bis rechts einig zu sein, dass europ&#228;ische L&#228;nder Wohlfahrtsstaaten sind, weil sie ethnisch und kulturell homogen sind/waren. Wenn alle gleich aussehen und die gleiche Sprache sprechen, ist man eher bereit, sich gegenseitig zu helfen (oder die Gesamtschule einzuf&#252;hren)&lt;br /&gt;Heute leben wir defacto in einem europ&#228;ischen Vielv&#246;lkerstaat, es existieren Parallelgesellschaften im Land, offene Grenzen -&gt; f&#252;hrt zu &quot;jeder f&#252;r sich&quot; Mentalit&#228;t und Konfliktpolitik, statt famili&#228;rer Wohlf&#252;hlpolitik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5.) Mehr Berufsbilder. Die klaren Interessensgruppen &quot;Industriearbeiter&quot;, &quot;Bauern&quot; gibt es nicht mehr im fr&#252;heren Ausma&#223;, eignen sich also nicht mehr als Organisierungsbasis und Solidarit&#228;t zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen ist geringer ausgepr&#228;gt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6.) Misik jammert auch nur und bietet keine Verbesserungsvorschl&#228;ge an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7.) Wer will eigentlich noch in die Politik? Leute, die fr&#252;her Hinterb&#228;nkler gewesen w&#228;ren, sind heute an der Spitze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8.) Was geht uns das eigentlich an? Die Debatte ist irgendwie grotesk. W&#228;hlst du eigentlich SP&#214;? W&#228;hlt Misik die SP&#214;? Ich jedenfalls nicht. Diskutieren in dieser Sache prim&#228;r linke bzw. liberale, intellektuelle Gr&#252;n/LIF-W&#228;hler dar&#252;ber, wie eine defacto-Pensionistenpartei die W&#228;hlergunst einer Schicht, die l&#228;ngst eine andere Heimat gefunden hat, zur&#252;ckgewinnen kann und warum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Die sozialdemokratischen Grundwerte – Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarit&#228;t – sind alles andere als &#252;berholt.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;Ich w&#228;re etwas vorsichtig damit, sogenannte Grundwerte irgendwelchen Lagern zuzusprechen. Diese Werte reklamieren alle f&#252;r sich. In der Praxis sind politische Lager eine komplexe Koalition aus Interessensgemeinschaften.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht notwendigerweise konsistente Gedankenfetzen zum Thema:<br />1.) Die Sozialdemokratie hat gewonnen. Schr&ouml;der hin oder her, die Staatsquoten liegen bei etwa 50%. Daran konnte auch Sch&uuml;ssel nichts &auml;ndern. Der hat ein paar l&auml;stige Geb&uuml;hren eingef&uuml;hrt, daf&uuml;r aber auch das Kindergeld (als Geb&auml;hrpr&auml;mie von Sozialdemokraten bek&auml;mpft) eingef&uuml;hrt, das nun auch noch erh&ouml;ht werden soll. &Uuml;brigens ist die Summe der Transferleistungen durch Hartz IV in Deutschland gestiegen.<br />Die Wirtschaftsliberalen in Europa fordern h&auml;ufig eine Senkung der Staatsquote auf 40%, also das Niveau wie zu Kreiskys Zeiten.</p>
<p>2.) Wer sagt, dass die Arbeiterklasse Transferleistungen will? Das macht nicht unbedingt gl&uuml;cklich. Und das absolute Wohlstandsniveau selbst von Geringverdienern ist auf einem Niveau, das man vor 30-40 Jahren f&uuml;r paradiesisch gehalten h&auml;tte. Mobiltelefone, Autos, Billigfl&uuml;ge, W&auml;schetrockner, &#8230; War alles mal Luxus. Beim Hofer bekommt man heute das, was es fr&uuml;her nicht einmal beim Meinl gab. (Hummer, kaltgepresstes Oliven&ouml;l, B&uuml;ffelmozarella&#8230;)</p>
<p>3.) In der Debatte zu den Verm&ouml;genssteuern wird &uuml;bersehen, dass die obere Mittelschicht mit zunehmenden Alter viel Verm&ouml;gen anh&auml;uft. Wenn also von 10%, 5% oder 1% &#8220;Reichen&#8221; oder Verm&ouml;genden die Rede ist, dann denken viele f&auml;lschlicherweise an junge Banker oder Manager. Zu ber&uuml;cksichtigen sind auch die studierenden Kinder und Enkel der Verm&ouml;genden. Man bedenke, die Leserschaft der Qualit&auml;tspresse betr&auml;gt etwa 10%. Verm&ouml;genssteuern w&uuml;rden also direkt oder indirekt einen gro&szlig;en Teil politisch einflussreicher Schichten betreffen.</p>
<p>4.) Die amerikanischen Blogger und Intellektuellen scheinen sich von links bis rechts einig zu sein, dass europ&auml;ische L&auml;nder Wohlfahrtsstaaten sind, weil sie ethnisch und kulturell homogen sind/waren. Wenn alle gleich aussehen und die gleiche Sprache sprechen, ist man eher bereit, sich gegenseitig zu helfen (oder die Gesamtschule einzuf&uuml;hren)<br />Heute leben wir defacto in einem europ&auml;ischen Vielv&ouml;lkerstaat, es existieren Parallelgesellschaften im Land, offene Grenzen -&gt; f&uuml;hrt zu &#8220;jeder f&uuml;r sich&#8221; Mentalit&auml;t und Konfliktpolitik, statt famili&auml;rer Wohlf&uuml;hlpolitik.</p>
<p>5.) Mehr Berufsbilder. Die klaren Interessensgruppen &#8220;Industriearbeiter&#8221;, &#8220;Bauern&#8221; gibt es nicht mehr im fr&uuml;heren Ausma&szlig;, eignen sich also nicht mehr als Organisierungsbasis und Solidarit&auml;t zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen ist geringer ausgepr&auml;gt.</p>
<p>6.) Misik jammert auch nur und bietet keine Verbesserungsvorschl&auml;ge an.</p>
<p>7.) Wer will eigentlich noch in die Politik? Leute, die fr&uuml;her Hinterb&auml;nkler gewesen w&auml;ren, sind heute an der Spitze.</p>
<p>8.) Was geht uns das eigentlich an? Die Debatte ist irgendwie grotesk. W&auml;hlst du eigentlich SP&Ouml;? W&auml;hlt Misik die SP&Ouml;? Ich jedenfalls nicht. Diskutieren in dieser Sache prim&auml;r linke bzw. liberale, intellektuelle Gr&uuml;n/LIF-W&auml;hler dar&uuml;ber, wie eine defacto-Pensionistenpartei die W&auml;hlergunst einer Schicht, die l&auml;ngst eine andere Heimat gefunden hat, zur&uuml;ckgewinnen kann und warum?</p>
<blockquote><p>Die sozialdemokratischen Grundwerte – Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarit&auml;t – sind alles andere als &uuml;berholt.</p></blockquote>
<p>Ich w&auml;re etwas vorsichtig damit, sogenannte Grundwerte irgendwelchen Lagern zuzusprechen. Diese Werte reklamieren alle f&uuml;r sich. In der Praxis sind politische Lager eine komplexe Koalition aus Interessensgemeinschaften.</p>
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