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Dez/08

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Dann könnten ja alle studieren!

Der Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs (VSSTÖ) fordert in seiner aktuellen Herbstkampagne “Her mit dem Grundstipendium!“.

Das Grundstipendium in Höhe von 770 EUR pro Monat würden alle bekommen, die an österreichischen Universitäten, FHs oder Pädagogischen Hochschulen studieren bzw. sich auf die Studienberechtigungsprüfung vorbereiten oder das Nostrifikationsverfahren durchlaufen. Außerdem muss man innerhalb der durchschnittlichen Studiendauer des Hauptstudiums bleiben und und pro Studienjahr 8 Semesterwochenstunden bzw. 16 ECTS-Punkte nachweisen (das ist praktisch nichts). Das Grundstipendium soll Familienbeihilfe und Studienbeihilfe ersetzen.

Der VSSTÖ geht davon aus, dass dies ungefähr 2,1 Milliarden EUR kosten würde. Finanziert werden soll dies einerseits durch die Einsparungen bei Familien- und Studienbeihilfe, vor allem aber über eine Vermögenssteuer nach dem Modell des österreichischen Ökonomen Stephan Schulmeister das kleine Vermögen durch Freibeträge unbesteuert lässt, und laut VSSTÖ insgesamt 3,4 Milliarden EUR pro Jahr bringt.

Der Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft, Samir Al-Mobayyed von der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft lehnt die Idee als nicht realistisch ab, und fordert stattdessen schneller mehr Geld für die Universitäten und mehr Vergünstigungen für Studierende.

In der Tat erscheint die Idee unrealistisch. Sicher, sie ist umsetzbar, wobei eine Umsetzung vermutlich die Universitäten endgültig ins Chaos stürzen würde, da anzunehmen ist, dass die Zahl der Studierenden ansteigen würde, wenn es sich alle leisten könnten, zu studieren. Vor der Einführung eines Grundstipendiums müssten die Universitäten finanziell in die Lage versetz werden, auf die Anzahl der Studierenden adäquat zu reagieren (Hörsäle, Lehrende, Organisation und Verwaltung). Oder man schafft den freien Hochschulzugang ab und lässt die Universitäten, wie sie es schon länger wollen, ihre Studierenden selektieren. Dann käme auch das Grundstipendium billiger.

(Bild:Vsstö)

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Thomas Knapp

Philosophiestudent, Studienvertreter, Webabhängiger, Gadgetfan, Passivsportler, Kaffeehausgeher, Sozialromantiker, Rationalist. Follow me on Twitter

4 comments

  • christopher · 07/12/2008 um 22:37

    Zum “Viel Zu Teuer”-Part deiner Geschichte, möchte ich nur anmerken, dass das Grundstipendium alle sonstigen staatlichen Zuwendungen ersetzen würde. Das heißt auch Familienbeihilfe.

    Das die Universitäten ins finanzielle Chaos gestürzt werden würden glaube ich nicht. Wenn mehr Leute sich das studieren “leisten” können, und so mit vermutlich mehr Leute studieren würden, dann muss der Staat ganz einfach die Unibudgets anpassen. Außerdem sind Bildungsausgaben ja Investitionen und der Staat erhält sein Geld indirekt wieder, wenn er weniger Leuten Arbeitslosengeld bezahlen muss. Bildung ist zwar kein Allheilmittel, aber immer noch die beste Waffe im Kampf gegen Arbeitslosigkeit….

    Außerdem gedenkt unser geschätzter Herr Bundeskanzler ja die Mindestsicherung vor 2010 an. Das könnte man ja mit dem Grundstip verbinden. ;)

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  • Marlon · 07/12/2008 um 22:55

    Hm, zu teuer würde ich nicht sagen, umsetzbar ist die Idee schon. Ich denke aber, es sollte nicht das Studium ermöglicht werden, wenn die Abschlussnoten bereits unter einem bestimmten Schnitt sind. Dann kann man da diejenigen Studenten aufnehmen, die aufgrund ihrer vorher gehenden Ergebnisse auch eine Chance haben, das Studium zu Ende zu führen. Somit würde sich auch der Kostenfaktor für die Unis selbst in Grenzen halten.

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  • Thomas · 07/12/2008 um 22:59

    @christopher – Dass Familien- und Studienbeihilfe ersetzt werden, schreib ich eh in dem Eintrag.

    Wenn man zu den gegebenen Zuständen an den Unis ein (deutliches) Plus an Studis hinzufügt, dann ergibt das Chaos, ob man es jetzt strukturell oder finanziell nennt. Da müsste wie du sagst, der Staat nochmal Geld locker machen. Zum einen wie zum anderen seh ich keine Lust, auch wenn ich es gut finden würde ;)

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  • Michael · 08/12/2008 um 13:51

    Ich möchte nur anmerken, dass es das in Schweden schon mal gab und die das aber ganz schnell wieder abgeschafft haben.

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