fpö antworten auf fünf fragen zur lage der österreichischen universitäten

Nun hat auch die FPÖ ihre Antworten auf meine fünf Fragen zur Lage der österreichischen Universitäten übermittelt:

1) Für das umstrittene Universitätsgesetz von 2002 steht zurzeit eine Novellierung an. Welche Veränderungen möchten Sie daran vornehmen. Welche Teile der Universitätsreform sind gelungen, welche sollten zurückgenommen werden?

ANTWORT:
Die überwältigende Mehrheit der kompetenten und im Umgang mit dem Gesetz erfahrenen Referenten hat kürzlich, anlässlich der Enquete zur UG-Reform, das UG 2002 als äußerst gelungen, wegweisend und als großen Wurf bezeichnet.
Dabei darf auf die notwendigen Adaptierungen, insbesondere im Dienstrecht und bei der Finanzierung der Universitäten, nicht vergessen werden. Dies trifft vor allem die auf Kennzahlen basierende Leistungsvereinbarung. Hier müsse dringend das Berichtswesen und somit die Verwaltung vereinfacht werden, wurde moniert.
Es ist für die Freiheitlichen eine unabdingbare Forderung, dass der bereits 2002 in Aussicht gestellte Kollektivvertrag für die im universitären Bereich Beschäftigten bis zur anstehenden Reform des Gesetzes zufriedenstellend gelöst wird.

2) In letzter Zeit nehmen sogenannte „Drittmittelprojekte” einen immer größeren Platz im Forschungsbudget der Universitäten ein. Dies führt oft auch dazu, dass von den Rektoraten jenen Studienrichtungen, die mehr Drittmittel lukrieren können, mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, als jenen, die dies nicht können, was vor allem viele Gebiete der sogenannten Geisteswissenschaften trifft und teilweise sogar existenziell gefährdet. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung, und sehen Sie durch die wachsende Abhängigkeit von Privaten Financiers eine Gefahr für das Ideal der Objektivität und Wertfreiheit in der Wissenschaft?

ANTWORT:
Auf Ihrer Homepage schreibt die Universität Wien, sie sei hauptsächlich der Grundlagenforschung verpflichtet, deshalb werde die Hauptstoßrichtung im Drittmittelbereich weiterhin in Richtung von Fördereinrichtungen wie FWF und EU gehen, wo sie schon gut positioniert ist.
Eine verstärkte Drittmitteleinwerbung strebt die Universität Wien insbesondere für folgende Zwecke an: Die Finanzierung von Forschungsvorhaben, die für das Profil und die Reputation der Universität Wien wichtig sind, die Schaffung von angemessen finanzierten und wissenschaftlich attraktiven Arbeitsmöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Verbreiterung der allgemeinen Finanzierungsbasis. Durch die Verbreiterung der Forschungsbasis kommt es zu positiven Auswirkungen auf die Lehre in allen Stufen, insbesondere in der Diplomanden- und Doktorandenausbildung.
Dem ist grundsätzlich nichts hinzuzufügen, eine Gefahr für das Ideal der Objektivität und Wertfreiheit in der Wissenschaft sehen wir darin nicht.

3) Betrachten Sie die Studienförderung (Studienbeihilfe) als ausreichend? Wenn nicht, wo sollte Ihrer Meinung nach Veränderungen vorgenommen werden?

ANTWORT:
Ja, wir betrachten die Studienförderung grundsätzlich als ausreichend. Für Härtefälle könnte ein praktikables Sonderprüfungsmodell angedacht werden.

4) Wie sehen Sie die Entwicklung der Universitäten im internationalen Vergleich? Man hört vielfach, dass die Universitäten unterfinanziert sind, und sich im internationalen Wettbewerb deshalb nicht gut schlagen könnten. Sehen Sie das ähnlich, und wenn ja, glauben Sie, dass verschärfte und ausgeweitete Aufnahmebedingungen oder eine Erhöhung des Studienbeitrags eine Lösung sein könnte?

ANTWORT:
Ohne Drittmittel wäre z. B. die Universität Wien nach eigenem Bekunden in den meisten Bereichen international nicht mehr konkurrenzfähig, weil für die Forschung notwendige Aufwendungen nicht in ausreichendem Maße finanzierbar wären.
Wir sind für den freien Hochschulzugang ohne Beschränkungen und für die Abschaffung der Studiengebühren.

5) Seit einigen Jahren sind an den österreichischen Universitäten und den meisten Fachhochschulen Studienbeiträge in Höhe von 363,36 EUR zu bezahlen. Wie hat sich diese Regelung in der Praxis bewährt, möchten Sie etwas daran ändern und wenn ja, was?

ANTWORT:
Wir sind für die Abschaffung der Studiengebühren.

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