Porno


“Pornografie ist die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen, wobei die Geschlechtsorgane in ihrer sexuellen Aktivität bewusst betont werden.” (Aus: Wikipedia am 02.05.2008, 23:50 Uhr)

Dieser Eintrag passiert, weil ich unlängst mit einer Freundin über Charlotte Roches Buch “Feuchtgebiete” diskutiert habe (aus dem die Autorin übrigens am 28.05.2008 im Literaturhaus in Graz lesen wird). Das von mir nicht gelesene Buch kam dabei nicht gut weg, aber das Gespräch erinnerte mich an einen Artikel den ich über die Autorin gelesen hatte. Zwar konnte ich ihn nicht wieder finden, aber einen sehr ähnlichen im Spiegel:

Der Titel “Hardcore-Feministin: Charlotte Roche verteidigt Pornos” allein verlockt schon woanders weiterlesen, aber ich übersehe das jetzt einfach, und zitiere daraus über Frau Roche:

Die Behauptung, in Pornofilmen würden Frauen erniedrigt, kann die 29-jährige Mutter einer Tochter nicht nachvollziehen.

Und weiter:

Pornografie gar abstellen zu wollen oder zu verbieten, finde Roche als “totalen Schwachsinn”. Auch sie selbst schaue gelegentlich Pornos: “Aus Neugier. Zur Entspannung, Aufgeilung, Inspiration.” Allerdings sehe sie keine Filme des Typs “Frauen machen Pornofilme für Frauen”. Die seien zu seicht und “vollkommen lulli-bulli. Da geht’s nur darum, dass eine Frau in Eselsmilch badet und aussieht wie Kleopatra”

Beim Kopieren der Textstellen ist mir nochmal aufgefallen, wie inhaltsleer und reißerisch der Artikel gemacht ist (Porno, Prositution, freches Mädchen spricht darüber), aber Charlotte Roche schafft es, Verteidigern des Feminismus als veraltete Ersatzreligion, Argumente in die Hand zu geben, nachdem sich eindimensionale Menschen ohne die Fähigkeit ihren Horizont in die Gegenwart zu erweitern, schädlich für eine rationale Herangehensweise an das Projekt “Gleichberechtigung der Menschen” aufführen (und ein ungutes Lich auf Feministinnen werfen, indem sie sich als ihr mediales Sprachrohr (ha, eine phallische Metapher!) inszenieren und inszeniert werden).

Alice Schwarzer ist Thema des letzten Absatzes des Artikels:

Roche, die sich selbst als Feministin versteht, hält inzwischen weniger als früher von Alice Schwarzer. “Die trifft sich mit Verona Feldbusch im Fernsehen und macht Werbung für die ‘Bild’-Zeitung. Ich kann mit dieser Person überhaupt nichts mehr anfangen”, sagt sie.

Jetzt sehe ich in einem Treffen mit Verona Feldbusch nicht wirklich ein Problem (eine hübsche Frau die Brust zeigt – verbrennen!), aber “Bild” ist schon tief. Abgesehen davon dass ich in meinem jungen Leben noch nie mit einer intelligenten Aussage von Alice Schwarzer konfrontiert wurde (ich nehme sie aber auch erst seit der Jahrtausendwende war).

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